Von Abschieden … (doch definitiv nicht für immer!)

Ja mein letzter Monat in Kamerun, der Juli, war vom Abschied sagen geprägt. Jeder zweite, ob Mitfreiwillige oder kamerunischer Freund, erzählt dir wie viele Wochen du noch hast und was man noch alles machen muss bevor man geht.
Ich hatte ja keine Arbeit mehr und habe deshalb sehr viel gechillt, teilweise Sachen für Deutschland (à la typisch Afrika) eingekauft und viel mit Freunden rumgehangen. Es kamen ironischer Weise viele neue Freiwillige, die uns jetzt ablösen. Ich habe einige Male mit meinen Mitbewohner noch ein Waisenhaus in der Nähe besucht, mit den Kindern gespielt und ein paar Spenden, die ein paar Freiwillige da gelassen hatten, abgegeben.
Ansonsten kann ich eigentlich nur sagen, dass der Juli und auch schon ein wenig der Juni von der Regenzeit sehr geprägt waren. Als ich gefahren bin, war sie wohl auf dem Höhepunkt und es hat den ganzen Tag geregnet, ob stark oder schwach. Manche Straßen konnte man kaum noch befahren, mit Auto sowieso nicht, aber nicht mal mit den Motorradtaxis. Ich habe den Markt in den letzten Woche gemieden, aber habe von Freunden gehört, dass sie knietief im Matsch steckten. Nee Rainy Season muss echt nicht sein – Dauerregen, Schimmel und Matsch.
Meine Schule hatte zwei Tage vor meinem Abschied aus Buea eine Abschiedsfeier für mich veranstaltet. Leider waren meine ganzen Tage kurz vor der Abreise etwas vollgepackt aufgrund vom Packen, von Erledigungen und Verabschiedungen, noch mal kurz bei jedem vorbei (und kurz klappt ja meisten eh nicht so). Meine Tutorin hatte ganz viel gekocht und so bin ich dann ganz getreu Black Men Time mit ihr und dem Essen ca. 2 Stunden zu spät eingetrudelt (gegen 7) – war natürlich auch kein Problem! Das war dann echt schön. Wir haben zusammen gegessen, mehrere Reden wurden gehalten, auch von mir und natürlich alle auf der kamerunischen Gebärdensprache. Achja, wer war anwesend? – Meine Chefs und das gesamt Kollegium, was aus ungefähr Hälfte /Hälfte hörenden und hörbehinderten Leuten besteht.
Nach dem Essen wurde dann die Musik in der Bar aufgedreht und wir haben ein bisschen getanzt, leider waren viele mit der Musik nicht ganz einverstanden, da es nur Nigerianisches Zeug (steh ich voll drauf) und wenig kamerunische Musik gab.
Es war dann auch schon gegen 10/11 Uhr vorbei und wir sind nach Hause gegangen.
Zuhause habe ich dann meine Mitbewohner getroffen und wir sind dann auf die „Farewellparty for the Germans“ gegangen. Ein guter Freund von uns, Kanadier, arbeitet in Buea, hatte gesagt wenn die ganzen Deutschen (4) jetzt aus Buea abhauen und nicht mal ne Abschiedsparty veranstalten muss er das halt für uns machen und hat in seinem Haus (sehr nobel für Kamerunische Verhältnisse) eine tolle Party für uns veranstaltet, mit Essen, Trinken und guter Musik. Viele Kameruner, viel Freiwillige – es war ne bunte Mischung und jeder von uns „Germans“ konnte noch seine engsten Freunde mitbringen. Die Party ging dann auch echt lange, ein letztes mal richtig in Buea feiern musste ich ja auskosten. Leider hatte ich am nächsten Morgen um 9 Uhr dann mein Abschlussgespräch von meiner Schule und meiner dt. Organisation, sozusagen die Evaluation. Lief aber alles super und ich bin sogar pünktlich rausgekommen.
Meinen letzten Tag habe ich dann mit meinen engsten Freunden genossen.
Am Mittwoch morgen oder sagen wir mal Mittag, es wurde dann doch 1 oder 2 Uhr, wurde es wirklich ernst und es hieß Abschied sagen. Es fiel mir wirklich nicht leicht und es wurden so einige Tränen vergossen. Ich habe dieses Land, seine Leute, seine Kultur & Traditionen und meine Freunde wirklich zu lieben und zu schätzen gelernt und werde sie sehr vermissen.. Viele unserer Freunde kamen noch unten zur Busstation und wir haben uns dann mit Sack und Pack wieder in den engen Bus gequetscht. Bye bye Buea…
Nach Ewigkeiten sind wir dann abends um 10 Uhr in Yaoundé angekommen. Kurz die anderen Freiwilligen begrüßt, gegenseitig über den Abschied von der „Heimatstadt“ ausgetauscht und dann todmüde ins Bett gefallen.
Die nächsten zwei Tage war dann Ausreiseseminar angesagt und in Yaoundé feiern gehen, Donnerstag ladies night ausnutzen und in den Edelclub von der Hauptstadt umsonst reinkommen. Da wir aber noch den ganzen Samstag hatten, da wir erst Samstagabend ausgereist sind, haben wir noch die letzten Souvenirs eingekauft und einige Freunden kamen sogar aus dem fernen Süd-Westen angereist um sich zu verabschieden. Meine beste Freundin kam extra noch und hatte letzendlich nur eine halbe Stunde mit mir, weil ihr Bus auf dem Weg ne Panne hatte und wir schon früh zum Flughafen aufbrechen mussten.
Am Flughafen wurden dann die wichtigsten Leute nochmal angerufen und dann ging es irgendwann in den Flieger. Mit anderthalbstündiger Verspätung haben wir dann abgehoben (kamerunische Zeit 0.30h).
Am nächsten Morgen im fernen weitentwickelten Europa, Paris, angekommen. Erste Eindrücke: viele Weiße, kein Auffallen in der Menge, alles so sauber, – alles aber schon wieder so normal.
Dann bin ich um 1 Uhr mittags in Düsseldorf angekommen und konnte meine ganze family wieder in die Arme schließen 🙂
Und dann hieß es:

Auf ins alte neue Abenteuer Deutschland!

Graduation time!

Ja es kommt so langsam die Endphase. Meine Schule wird bald schließen (am Donnerstag, 13.6.) und fast alle anderen Schulen haben schon geschlossen. Hinzukommt dass alle Freiwillige, mit denen wir jetzt 6-9 Monate verbracht haben sich so langsam vom Acker machen und es bei uns auch nicht mehr lange ist.
Das witzige ist auch eigentlich, dass ich mich in diesen letzten zwei Schulwochen so busy wie noch nie in Kamerun fühle. Ich muss mit den kids noch n Tanz vorbereiten und gleichzeitig unterrichte ich mit Franzi, ein bisschen über Krankheiten, insbesondere Aids.
Letzten Monat habe ich mir dann auch mal eins der tollen deutschen Gebäude hier im deutschgeprägten Süd-Westen angeschaut, die Engelbert Church in Bojongo. Ja die Gebäude, die die Deutschen gebaut haben, sind wirklich beeindruckend, die stehen schon so viele Jahre (im Gegensatz zu allen anderen Häusern oder Hütten…).
Vor einer Woche habe ich dann noch mal wieder ein verlängertes Wochenende in Bamenda verbracht. Dort war ich zu Weihnachten schon mal, bin aber leider krank geworden und nach einem Krankenhausbesuch dort oben habe ich nach einem Tag dann wieder die Biege gemacht. Bamenda liegt im Nord-Westen Kameruns und ist auch englischsprachig (wuhu!). Ich wurde bisher in keiner Stadt so wenig blöd von der Seite angelabert oder angemacht wie dort, es war wirklich super angenehm und sehr ruhig. Wir, meine zwei Mitbewohner, Johanna und Lara, haben dort bei Tim und Elena, Freiwillige, übernachtet. Leider gab es zwar wieder mal ein bisschen Verspätung mit dem Bus, der eigentlich um 8.30h abfahren sollte, es dann letzendlich, nach Buswechsel und Reifenwechsel nach nur 20 Minuten, um 12h geschafft hat loszukommen.
Im Nord-Westen waren wir dann erstmal schön shoppen, man wird tatsächlich weniger verarscht und die Leute verhandeln fair. Es gibt einfach ein Paradies von Stoffen und auch andere Kleinigkeiten. Außerdem haben wir uns mal wieder tolles europäisches Frühstück im „Prescafé“ (soweit ich weiß gegründet von Österreichern) gegönnt. Inklusive Vollkornbrot! Ich konnte meinen Augen nicht trauen! Ja da merke ich doch wieder worauf ich mich freuen kann 🙂
Am nächsten Tag sind wir dann nach einer schönen Fahrt durch die Grasslands von Bamenda in einem kleinen ort namens Sagba gelandet, um dort reiten zu gehen.
Es fing schon schön an, indem ein Reiter mit einem wilden Pferd angaloppiert ankommt und das Pferd leicht rumbockt. Wir werden danach aufgeklärt, dass einer von uns dieses zweijährige schöne Tier reiten wird. Ich habe dankend abgelehnt und mich auf eins der anderen Pferde gesetzt. Ich war überrascht wie gut die Pferde doch hören und die Hilfen die man ihnen gibt annehmen. Es war ein wirklich toller und amüsanter Ausritt, mit einer tollen Sicht auf die Grasslands of Bamenda, wir haben sogar ein oder zwei Wasserfälle aus der Ferne sehen können.
Am Sonntag morgen ging es für mich dann wieder nach Buea, während die anderen noch einen Teil der RingRoad gemacht haben – ihre Schule hatte schon geschlossen.
Letzte Woche war ich dann bei der Tochter meiner Tutorin auf die Graduation (Abschlussfeier) ihrer Nursery School (ähnlich Kindergarten) eingeladen. Das war dann auch echt süß, aber auch etwas merkwürdig. Ich mein, ich werde das ganze Jahr schon als „white man“ oder „white man woman“ oder ähnliches bezeichnet, aber in der Schule haben die kleinen 4-6 jährigen Kids ihren Mund kaum zu bekommen einen Weißen zu sehen und somit war ich mal wieder die absolute Attraktion.
Es wurden dann noch einige Reden gehalten und es wurde getanzt und gesungen und anschließend gab es natürlich noch gutes Essen (weiße Bohnen, Spaghetti und frittierte Kochbananen).
Neben dem Tanzen, was momentan etwas weniger ist, habe ich jetzt in einem Fitnessstudio angefangen, schönes Aerobic! Da kriegt man so sätze zu hören wie „we will decrease your belly!“ und am wochenende noch einen kurzen Advice mit den worten „don’t drink too much Beer“ (meine Antwort: „I’m german!“ 😉 ). Motivation pur!

Irgendwann erwischt es jeden…

Freitag, 17. Mai 2013

Ich sitze gerade bei mir zuhause und kuriere meine Malaria aus. Ja mich hat es doch erwischt, ich wollte eigentlich ohne davon kommen, aber wie s aussieht, erwischt es jeden.. Es ist aber nicht so schlimm. Ich hatte mich zwar Mittwoch abend echt dreckig gefühlt, übelkeit, erkältung, kopfschmerzen, erhöhte temperatur und so. Am donnerstag morgen gings mir dann doch ganz gut, nur geschwächt und bin dann noch n halben tag zur schule gegangen, bis mir meine direktorin gesagt hat, ich solle doch besser das mal beim arzt abchecken lassen, weil die erste malaria echt übel sein kann (zitat:”ich dachte ich würde sterben” meine schulleiterin, die seit ca 15 jahren in kamerun lebt). Beim Arzt war der normale Malariatest negativ aber der zweite, noch gründlichere, positiv und somit ruhe ich mich jetzt erstmal aus.
Wenn ich meinen kamerunischen Freunden erzähle, dass ich keine Malaria bekommen will oder Angst habe sie zu bekommen, machen manche witze wie “ist ne erfahrung wert” oder lachen nur, weil es einfach bei denen dazugehört, Alltag ist und viele auch malaria haben und trotzdem normal arbeiten, sport machen usw…

Es regent langsam immer mehr aber wir haben immer noch richtig schoene sonnige Tage und noch schimmeln meine Sachen nicht. Wenn ich nur daran denke kriege ich schon wieder die Krise. Sobald die Regenzeit anfaengt kann man einfach nur noch so wenig machen, weil niemand mehr auf die matschigen Strassen moechte. Wir haben vor ein paar Tagen auch den Geburtstag von zwei Mitbewohnern von mir gefeiert und ganz viele Leute kommen einfach nicht mehr sobald es regnet. Echt nervig. Vor allem gibt es im moment wieder haeufiger Probleme mit dem Strom und der viel dann auch noch an dem Abend aus, war aber trotzdem ne schoene Party.

In meiner Schule wurde jetzt die Buecherei hergerichtet und wir haben sie endlich eröffnen können. Dass es aber ueberhaupt mal soweit kam lag an einem Besuch aus England von einer Organisation, die uns Buecher gespendet hat.
Ich tanze jetzt jede Woche mit meinen Schuelern und es laeuft ganz gut. Bisher war alles ohne jegliche Musik, jetzt wollen wir die Trommeln dazunehmen, die vor kurzem gespendet wurden. Da kann ich ihnen leider nicht mehr so viel beibringen, da ich bisher glaube ich zweimal in meinem Leben zu Trommeln getanzt habe und mir somit die Erfahrung fehlt. Aber eigentlich klappt es meist recht gut und den Schuelern macht’s echt Spaß.
Morgen ist ein PTA-Meeting (parents-teachers-association = elternpflegschaft) und ich habe letzte woche mit meinem tanzclub angefangen etwas kleines einzustudieren, eigentlich wollte ich heute nochmal mit ihnen proben, aber das wird wohl nix. Hoffe dass ich morgen wieder fit bin und dann früher zur schule gehe, um mit meinen Tänzern zu proben ;). Der Tanz fängt ganz traditionell an (der busfahrer der schule kann viele traditionelle tänze und hat mir bei den proben geholfen), dann kommt jeder in pärchen oder dreiergruppen nach vorne und dann nochmal ein abschluss zusammen. Ich finde das echt toll und es klappt zum rhythmus der Trommeln (die von einem anderen Schüler gespielt werden) ! Mal sehen was das wird morgen…
Letzten Montag haben Franzi, eine dt. Freiwillige, die bei einer anderen NGO in Buea arbeitet, die sich mit HIV-Aufklärung usw beschäftigt, ein Projekt in meiner Schule gestartet. Wir sprechen nach der Schule mit den Schuelern über HIV, Aids und andere Krankheiten, klären Fragen, machen Spiele zu dem Thema und versuchen sie so einfach nochmal aufmerksam machen. Das erste mal war es jetzt mit ca. 16-20 Jährigen. Sie wussten schon sehr viel, aber es kommen immer wieder Aussagen wie “Man kann sich durch niesen oder Moskitostiche anstecken”(Letzteres ist ein krass verbreiteter Irrglaube in diesem Land).
Falls ihr euch jetzt fragt, wie das alles so in Gebärdensprache geht (vor allem für Franzi), ja wir haben sehr viel mit Bildern gearbeitet und kurzen Stichpunkten. Franzi hatte außerdem vorher ein paar Stunden Unterricht gehabt um ein paar Grundlagen, wie das ABC, zu kennen.
Es hat echt Spaß gemacht und ich denke auch bei den Schülern kam es ganz gut an.
Leider ist das Schuljahr schon so gut wie vorbei, am 7.Juni ist Schule aus und die Schüler sind bis September in den Ferien.

Das letzte Aprilwochenende war ich in Douala. Marie, eine Freundin vom Tanzen, hatte mich zu sich nach Hause zu ihrer Familie eingeladen. Die Familie hat relativ viel Geld und ein echt grosses Haus, sogar mit Klimaanlage, ich war echt beeindruckt. Es war richtig schoen da und die Familie total herzlich. Eigentlich haben wir nicht viel gemacht. Es gab den ganzen Tag nur essen. Ich habe glaube ich lange nicht mehr so viel gegessen, drei Mahlzeiten in circa acht Stunden – und das kamerunische Essen ist sooo maechtig.
Am naechsten Tagen sind wir dann noch zum Friseur, weil sich Marie die Haare neu machen lassen wollte und ich mir dann die Haare locken lassen sollte. Ich habe aber bemerkt, dass die Leute hier wirklich das white man hair nicht so gewoehnt sind und mir erstmal fett Oel, kann auch Haarwax gewesen sein, in die Haare geklatscht haben, das leider erst nach ca vier Waeschen rausgegangen ist.
Haare machen fuer die Frauen heisst hier eine neue Peruecke, neue Extensions oder eine neue Flechtfrisur (bei der auch immer Fakehair dazukommt). Extension oder Peruecken werden hier in die Haare eingenaeht, das finde ich echt cool. In Deutschland wird das doch geklebt?! Die Haare werden dann auf dem Kopf geflochten wie eine Schnecke, sodass mehrere Kreise auf dem Kopf sind in denen dann das neue Haar eingeflochten wird. Wenn ich meine Haare offen tragen werde ich auch manchmal gefragt, ob das ne Peruecke waere oder ob ich nicht meine Haare abschneiden will, damit derjenige sie sich auf den Kopf packen kann.

In Buea geht im Moment wieder so einiges. Alles bereitet sich immer noch fleißig auf den näherrückenden Besuch des Präsidenten Paul Biyas vor. Ich glaube immer noch nciht, dass er in den nächsten drei Jahren auftaucht (wenn er dann noch lebt), aber die Leute sind fest davon überzeugt, dass er innnerhalb des nächsten Jahrs kommt. Die Straßen werden mal wieder aufgeräumt, der minimale Bürgersteig/Mittelstreifen der sich über die Hauptstraße Bueas zieht, wird momentan weggehauen, damit der Präsident und sein Gefolge auch genug Platz auf der Straße haben. Es hat aber auch was Gutes, da endlich die Abflussgräben (gefährliche Stolperfallen) zwischen Straße und Bürgersteig abgedeckt werden, sodass die Leute oder Taxis nicht mehr reinfallen.
Die Studenten Bueas toben mal wieder, der nächste Streik steht an. Seitdem ich hier bin gab es davon wirklich schon einige und diesmal ist es wirklich übel. Vor zwei Tagen wurde ein Kampuspolizist totgeschlagen. Es wird mit Tränengas rumgesprüht und man kann nicht sagen wer schlimmer ist, die Polizisten oder die Studenten.
Heute hat sich schon einiges wieder beruhigt und ich bin mal gespannt wie das weitergeht.
So das wärs dann mal wieder von mir, würde mich über Neuigkeiten von euch freuen, ob per Facebook, Blog oder Mail.
Liebe Grüße,
Hannah

It’s been long …

Hallo ins (immer noch) kalte Deutschland und den Rest der Welt!

Tut mir sehr leid, dass ich mich ’ne gefühlte Ewigkeit nicht gemeldet habe… Ich war wie immer ziemlich busy, hatte Besuch und einiges ist passiert!
Erstmal zum Februar:
Am 7.2. habe ich meinen ersten Besuch bekommen und habe meine Schwester Karla vom Flughafen aus dem heißen ca. 35° feucht-heißen Douala (schön über 30° Temperaturunterschied) abgeholt. Nachdem die Sachen zu mir nach Hause gebracht waren gab es auch schon den ersten so guuuuten gegrillten Fisch mit viel Pepe (ungewohnt scharf für uns) für Karla.
Die ersten Tage haben wir erstmal in Buea verbracht, weil so viel los war. Am 11.2. wurde hier ganz groß der Tag der Jugend gefeiert, alle Schule Bueas treffen sich oben am BongoSquare (ein offizieller Platz, an dem alle Märsche stattfinden) und marschieren nach der Reihe. Wobei sich das marschieren auf 2 Minuten begrenzt. Alle Schüler sind herausgeputzt in frischgewaschener blau-gelber Schuluniform unserer Schule und wir, das Kollegium, alle in dem gleichen Stoff mit unterschiedlichen Designs. Das sah schon echt cool aus! Vor allem hat mir unser Stoff (habt ihr vielleicht schon auf Bildern gesehen, blau gelb und pink) richtig gut gefallen. Das Marschieren kann man glaube ich wirklich auf die Kolonialzeit zurückführen, die Schüler laufen alle im Gleichschritt, die Arme geradegestreckt und werden (ohne Witz) hoch bis senkrecht zum Körper geschwungen.
Karla und ich sind dann auch bei unserer primary section (Grundschule) mitgelaufen, das sah echt süß aus bei den Kids. Anschließend sind wir dann mit der gesamten Schule in eine Bar gegangen, haben getrunken und gegessen (wie immer). Gegen Spätnachmittag haben wir uns irgendwann verabschiedet und haben uns abends noch ein wenig unter die Leute gemischt (wie immer an Feiertagen war mal wieder ganz Buea aus).
Am 14.2., haben wir dann den Valentinstag gefeiert, ein paar Kolleginnen von mir hatten ein Wichteln unter uns organisiert und so haben wir dann noch eine kleine „Party“ (wie es hier genannt wird) nach der Schule gehabt. Um das jetzt nicht falsch zu verstehen Party heißt meistens treffen und essen und trinken zu irgendeinem Anlass. Aber der Valentinstag scheint für die Kameruner fast noch wichtiger zu sein als für die Amis – wahrscheinlich wieder nur der Einfluss aus dem Fernsehen, der hier fast überall zu sehen ist (viele Jugendliche wollen so sein wie die Amerikaner).
Am 16.2. war das große „Race of Hope“, auch genannt Mount Cameroon Race, der Tag an dem Frauen und Männer den Berg rauf und runter rennen, sprich 3500 Höhenmeter (sie starten hier fast vor meiner Haustür, die auf ca. 500-700m liegt) in 4 einhalb Stunden und mehr – unglaublich! Die Schnellsten brauchen tatsächlich nicht länger. Die meisten sind Kameruner aus der Gegend, aber auch ein paar Nigerianer und sogar ein paar Weiße (Nicht-Afrikaner) haben teilgenommen.
Wir hatten uns gedacht, wir steigen einfach einen Tag vorher rauf auf Hut 1 (höhe 1800m) übernachten da und sehen dann von dort aus das Rennen – und das war echt ne super Idee! Wir konnten so das Rennen live miterleben. Am meisten haben mich die Kinder beeindruckt, die rennen zwar nicht ganz hoch, aber bis auf 1800 Meter Höhe und selbst das wäre schon für mich zu hart gewesen!
Dieses Jahr wurde nach (ich glaube) 6 Jahren Sieg in Folge die Queen des Mount Cameroon, so wird die Frau genannt, geschlagen und ist „nur“ zweite geworden.
Als die ersten runter waren haben wir uns dann auch auf den Weg gemacht, mussten nur immer vorsichtig sein nicht von den runterrennenden Teilnehmern über den Haufen gerannt zu werden.
Nach dieser ereignisreichen Woche, haben wir, Karla, Julia und ihre Freundin Helen, uns dann auf den Weg in den Norden gemacht. Da wir nur ein paar Tage hatten, hatten wir beschlossen von Douala nach Maroua zu fliegen und uns so die drei Tage Anreise zu sparen.
Der Norden.
Ja wirklich nicht zu vergleichen mit dem tropisch feuchten süd-Westen Kameruns. Ich hatte ein wenig das Gefühl wieder in Arizona zu sein. Trocken-heiß. Es war eine absolut andere Wärme als hier unten, sehr trocken aber trotzdem ganz angenehm. Alles sehr ausgetrocknet da oben, immer blauer Himmel und überall am Horizont sind die Mandera Mountains zu sehen – wirklich eine tolle Kulisse. Am Dienstag haben wir dann erstmal Maroua, die Hauptstadt der Region „Extreme North“, erkundet, sind durch die Straßen geschlendert und diese muslimisch geprägte Stadt (natürlich im francophonen Teil Kameruns) bewundert. Selbst die Menschen dort oben sehen anders aus, was nicht nur an ihrer tollen bunten traditionellen Kleidung liegt.
Ja am nächsten Morgen gings dann los. Wir wollten eigentlich um 5.30h nach Waza, in den Nationalpark, aufbrechen. Wir haben dann aber eine Nachricht unseres Fahrers bekommen, dass aus irgendwelchen Gründen die Straße dorthin vom Government noch gesperrt wäre, deshalb würden wir 2 Std. später losfahren. Als es dann losging hatten wir irgendwas davon gehört dass jemand da oben entführt worden wäre. Am selben Morgen. Das hat uns allerdings in dem Moment nicht daran zweifeln lassen hochzufahren, ich glaube wir hatten das noch nicht so ganz gecheckt. Als wir dann auf dem Weg waren kam irgendwie immer mehr darüber raus und wir wurden immer beunruhigter. Insbesondere als wir dann noch sämtliche Anrufe von andern Freiwilligen und von unseren Eltern bekamen und wir über die französische Familie hörten, die soeben da gekidnapt wurde.
Wir waren dann aber schon so weit dass wir nicht mehr umgedreht sind. Allerdings wurde es kritisch als unser Fahrer auf einmal ein Problem am Auto hat was dann letzlich darauf hinausgelaufen ist dass uns während der Fahrt ein Vorderreifen abhanden gekommen ist. Wir hatten echt Glück, dass das Auto so langsam gefahren ist sonst hätten wir warscheinlich n üblen unfall gehabt. So hieß es nur für uns 2 Stunden in einem kleinen Dörfchen im Nirgendwo auf das nächste Auto warten.
Nach dem ganzen Trara kamen wir so gegen drei Uhr im Waza an und sind dann noch für zwei Stunden in den Park gefahren (wo wir erfahren haben dass die franz. Familie ca. 60km weiter überfallen wurde und nie den Park betreten hat sondern nur im Hotel übernachtet hat). Wir hatten echt Glück und haben in der kurzen Zeit dann Äffchen, Warzenschwein, Schlange, viele Antilopen und viele Giraffen gesehen, richtig cool.
Nachdem wir aber festgestellt hatten dass wir fast die einzigen Gäste im Hotel sind (abgesehen vom Militär), haben wir uns am nächsten Tag irgendwann wieder auf den Rückweg begeben und sind nicht nochmal in den Park gefahren. Auf dem Weg von Waza nach Maroua waren wir auch alle leicht angespannt und nur heilfroh als wir wieder im Hotel abends waren – ohne dass Boko Haram uns gepackt hatte.
Einen weiteren Trip haben wir aber dennoch gemacht, und zwar nach Maga, zu einem See in dem mehrere Gruppe von Nilpferden leben. Dort haben wir dann auch diese Riesentiere gesehen, sogar richtig nah. Das war richtig cool und hat sich echt gelohnt.
Leider hatten wir auch dort wieder eine Reifenpanne und saßen noch 4 Stunden dort fest – oh Kamerun! (oder auch gerne von den Kamerunern als Entschuldigung benutzt: „That’s Africa!“)
Den Rest der Zeit haben wir noch kleine Touren in und um Maroua herum gemacht.
Der Norden war echt toll und ich hatte echt noch Glück, dass ich da war, da ab jetzt dort oben eine Reisewarnung für uns rausgegeben ist und somit die meisten Freiwilligen von uns leider nicht mehr dorthin kommen, obwohl es jeder fest als Urlaubsziel eingeplant hatte… Es ist einfach so viel noch wieder so anders als hier unten, das Hauptverkehrsmittel ist das Motorradtaxi, viele Leute sitzen in der Straße unter dem Schatten eines Baumes auf dem Boden (was man hier unten nie sehen würde) oder auch zum Essen sitzt man auf dem Boden (haben wir auch gemacht). Wirklich wie ein anderes Land…
Zurück in Buea haben Karla und ich dann noch gechillt, sind nochmal nach Limbe an den Strand gefahren und haben relaxt.
Am 28.2. hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen nach den drei schönen Wochen mit Karla.

März.
Da habe ich mich erstmal wieder mehr der Schule gewidmet, allerdings standen die Schüler schon wieder kurz vor ihren Examen, da der Term vor den Osterferien zuende ging, und somit war wenig zu tun.
Nebenbei war hier auch mal wieder echt viel passiert, was mich auch etwas aus der Bahn geworfen hat..
Aber auch der hier großgefeierte „Women’s Day“ stand vor der Tür. Am 8. März gehen hier die Frauen los, mal wieder marschieren am BongoSquare (siehe Bericht vom Jugendtag) und anschließend gut feiern. Außerdem müssen die Männer an diesem Tag alle Pflichten der Frau übernehmen, das heißt sie kochen, bedienen, waschen, usw.
Ich hatte mir eine richtige Kabah (oder wie das geschrieben wird) in dem blauen Women’s-Day-Stoff gekauft (man konnte sich zwischen pink und blau entscheiden). Diese Kabahs sind eigentlich wie Säcke geschnitten, ich denke mir immer sie sind bestimmt super in der Schwangerschaft, und die ganzen alten Mamis tragen sie. Da fanden’s alle natürlich klasse als ich damit ankam.
Ich war erst mit den anderen Freiwilligenmädels am BongoSquare um die Parade anzugucken, aber leider hat es angefangen zu regnen und alles wieder Jahre gedauert bis es angefangen hat. Ich bin dann hinterher zu meiner Schule gefahren, weil die Jungs alle Frauen der Schule zu einem kleinen Fest eingeladen hatten. Das hat sich richtig gelohnt. Ich bin dann zur Schule gekommen (leicht zu spät) und einer der Jungs hat mich sogar an meinen Platz bei den anderen Frauen und Mädels geleitet. Die Jungs haben dann Schauspiel und Tanz (mit Trommeln von meiner Orga gespendet) vorgeführt, das war richtig stark. Und ich war natürlich mal wieder beeindruckt wie gut die doch tanzen können, obwohl sie nichts bzw. wenig hören. Anschließend gab es dann noch Essen, welches die Jungs natürlich zubereitet hatten und uns auch serviert haben.
Abends sind wir dann noch zum „Trade Fair“, so ne Art Jahrmarkt, wo ich noch einen kleinen Auftritt vom Tanzen hatte. Ja, es war echt ein cooler Tag!
Am darauffolgenden Samstag sind wir, ca. 7 Freiwillige, mit einem Waisenhaus hier aus Buea nach Limbe in das Wildlife Center (so ne Art Zoo nur mit Affen) und an den Strand gefahren. Eine Freiwillige, mit der ich zusammenwohne hatte noch Spendengelder und wollte diese nicht an irgendeinen Boss geben, der sie vielleicht letzendlich doch wieder nur für den nächsten Anzug ausgibt, sondern etwas anderes machen und hat so den Ausflug finanziert. Ich fand das echt ne super Idee, insbesondere weil manche von den Kindern noch nie am Strand waren und sich so etwas auch nicht hätten finanzieren können. Das Geld war es wirklich wert und es hat echt allen super gefallen!
Ach und im März habe ich jetzt endlich mal angefangen kamerunisch kochen zu lernen. Ich war an zwei Sonntagen bei meiner Tutorin Ruth und wir haben Eru & Fufu und Ekwang gekocht, obwohl ich natürlich nur bei Kleinigkeiten aushelfen konnte, wie Pepeschoten zermalmen oder Waterleaf schneiden, und ansonsten eher zuschaue. Ich weiß die ganzen Gerichte sagen euch gar nichts, aber beschreiben hilft da auch nicht viel, deswegen werde ich einfach Fotos hochladen. Abgesehen davon war es auch einfach schön etwas von deren Familienleben mitzubekommen. Ich habe es nicht als traditionelle kamerunische Familienverhältnisse wahrgenommen sondern viel herzlicher und mit mehr Zuwendung zueinander unter der Familie. Bisher hatte ich immer nur den ruppigen Umgangston und den herrischen Vatern in den Familien wahrgenommen, das war dort anders. Mir wurde erklärt, dass es in jeder Familie unterschiedlich gehalten wird und man da auch mal wieder vorsichtig mit Verallgemeinerungen sein sollte, das habe ich an dieser Familie wieder gemerkt.
Nebenbei habe ich natürlich mich auch immer um die Ankunft meiner Eltern kümmern, d.h. Meine Bestellliste aus Deutschland erweitern und irgendwann auch mal fertigstellen müssen.

Am 24.3. war’s dann auch soweit und mein nächster Besuch stand vor der Tür, Mama und Papa.
Nach der typischen ersten Hitze in Douala ging’s ins kühle Buea, wenn auch etwas spät da es mal wieder einige Schwierigkeiten mit dem Gepäck gab und wir etwas länger warten muss, es aber – gott sei dank – noch bekommen haben.
Wir hatten nur zwei Wochen und haben daher schon nach zwei Tagen Buea verlassen. Vorher aber noch ein bisschen hier umgeguckt, natürlich die deutschen Überbleibsel oben in BueaTown, wie den alten Governer’s Palast und den Bismarck Brunnen, angeschaut. Außerdem ging’s noch zu mir in die Schule, die aber leider momentan so gut wie ausgestorben sind, da nur ein paar Schüler noch HolidayClasses haben und alle anderen in den Ferien sind.
Unser Trip ging dann nach Bafoussam, in den (wiedermal) französischsprechenden Westen, wo die Natur nur als „Grasslands“ beschrieben wird, was es auch ganz gut trifft.
Auf dem Hinweg haben wir noch einen kleinen Abstecher in ein Museum über die Entwicklung Kameruns in Dschang gemacht und sind anschließend weiter im Kleinbus (ich glaube laut Mama&Papa sind die das größte Makel am Reisen in Kamerun – klein, überfüllt, gequetscht) nach Baf.
Dort sind wir dann zu einem wirklich schönen Kratersee gefahren, haben eine kleine Wanderung einmal darumherum gemacht und ein bisschen die Landschaft bewundert.
Am nächsten Tag sind wir dann weiter nach Foumban, einer sehr kleinen muslimischen traditionellen Stadt. An Foumban ist besonders, dass die Leute dort einen Sultan haben, sozusagen das Oberhaupt. Er wird von allen verehrt. Wir sind extra an einem Freitag gekommen um die wöchentliche Zeremonie des Sultans sehen zu können. Das war wirklich ein großes Spektakel! Im Innenhof des Sultanspalast hat der Herr Hof gehalten und sein Volk hat ihm gehuldigt – so hat es gewirkt. Nach der Reihe sind verschiedene Gruppen nach vorne gegangen und haben sich verbeugt, einen kleinen Tanz, Schreie oder sogar Schüsse für ihren König abgegeben.
Am nächsten Tag waren wir dann gegen Spätnachmittag zurück in Buea und waren abends noch bei Entwicklungshelfern zum großen Grillen eingeladen, ganz deutsch. Leider habe ich mir dann im Laufe des Abends ganz unglücklich das Gesicht aufgeschlagen. War echt übel, sodass ich am nächsten Tag erfahren konnte wie es ist in Kamerun die Lippe (von innen) genäht zu bekommen. Das Krankenhaus sah für mich etwas wie ein Lazarett. Blöd war natürlich auch, dass gerade meine Eltern da waren, obwohl es vielleicht auch ganz gut war, da wurde ich mal wieder gut umsorgt. Mein Gesicht war echt abgeschwollen, Nase, Kinn und Lippen – ui! Am nächsten Tag wurde dann nochmal abgecheckt und sie sagen nur zu mir „Ja da müssen wir nur eben das tote Fleisch abschneiden“, also wurde mal kurz die Schere genommen… Sieht aber mittlerweile um einiges besser aus und verheilt ganz gut, nachdem ich dann gut mit Antibiotikum vollgestopft wurde.
Naja, wir sind dann aber am Ostermontag nach Limbe gefahren, um dort ein bisschen Urlaub zu machen. Einfach ein paar Tage nur chilln, und es war für mich natürlich der absolute Luxus mal wieder im Hotel mit fließendem Wasser zu schlafen. Und dann war schon wieder ruck zuck die Zeit vorüber und es hieß Abschied nehmen. Jetzt sind es nur noch knapp 4 Monate, ich kanns gar nicht glauben und denke momentan, dass die Zeit viel zu schnell vergeht. Vielleicht ändert sich das, wenn dann die Regenzeit wieder so richtig anfängt und ich mir dann den (hoffentlich eintretenden) Sommer in Deutschland herbeiwünsche.
So ich hoffe jetzt habe ich mal wieder alles nachgeholt und geschrieben was hier so passiert ist.
Ich sende euch wärmste Grüße aus dem schönen Kamerun,
Alles Liebe,
Hannah

ps. verzeiht mir die Fehler und merkwürdigen Formulierungen, hatte nicht so viel Zeit nochmal drüber zu gehen und habe gedacht der Inhalt ist erstmal wichtiger 🙂

Eine grosse Challenge

Saluto!
Ich hoffe ihr feiert gerade alle gut Karneval und erfriert nicht dabei!
Bei mir ist einiges los seitdem die Schule wieder angefangen hat. Meine Aufgaben haben sich etwas geaendert. Ich soll jetzt nicht mehr so viele Schueler unterrichten sondern zunaechst die Buecherei eroeffnen (auch wenn ich das Gefuehl habe das dauert noch ewig). Zudem widme ich mich einigen Projekten. Ich will jetzt mit einer anderen Freiwilligen von einer anderen Organisation ein Aufklaerungsprojekt ueber HIV und Gesundheit starten. Letzte Woche habe ich angefangen mit den Kids in der Schule zu tanzen. Naja eigentlich kann man das nicht Kids nennen, die meisten sind zwischen 15 und 19. Mal sehen wie das weiterlaeuft, manche von denen haben mich echt beeindruckt, gerade weil sie eben nur teilweise die Musik/Beat fuehlen und nicht hoeren. Wir haben aber seit gestern Trommeln in der Schule und da bin ich mal gespannt was fuer traditionelle Taenze die Students mir zeigen koennen.
Ausserdem haben wir eine neue Freiwillige Brittney an der Schule. Sie kommt aus Amerika, bleibt fuer sechs Monate und ist gehoerlos. Das ist echt cool jetzt noch einen weiteren Freiwilligen zu haben weil es vieles erleichtern kann, wie zum Beispiel wenn ich ein Projekt starten moechte. Allerdings ist es nicht so leicht fuer sie, eben weil sie hoerbehindert ist. Da faellt man als Weisser nochmal doppelt auf. Letztens bin ich mit ihr durch die Strassen gelaufen und wir haben gebaerdet. Da haben natuerlich alle Leute geguckt und geben Kommentare wie “White Man de talk Mumu” (Pidgin: weisse sprechen gebaerdensprache.). Ich soll mich jetzt ein wenig um Brittney kuemmern und ihr alles zeigen. Mir wurde schon angeboten umzuziehen, da wo sie auch wohnt, weil es vielleicht schoener als meine jetzige Bleibe sei aber ich denke nicht dass ich das machen werde.

Ach und dann habe ich noch meinen Geburtstag gefeiert. Es war ja ein Sonntag und deswegen habe ich mir gedacht feier ich mal rein, auch wenn das viele Kameruner sehr verwirrt hat (ist nicht so ueblich hier) und sie mir vorher schon gratuliert haben. Ich habe dann bei mir in der WG gefeiert mit ca. 20-30 Leuten, ein Mix aus Freiwilligen und Kamerunern. Um 1 sind wir dann ca weitergegangen und haben noch im Club gefeiert. War echt n witziger Abend, halb kamerunisch halb deutsch.

Jetzt noch zu dem eigentlich Ereignis, von dem ich berichten wollten: Der Mountain.
Am Freitag, dem 25.1.13, war es endlich so weit. Der jeden Morgen (bei klarer Sicht) von mir betrachtete Berg sollte erklimmt werden. Mount Cameroon – 4090m hoch, hoechster Berg Westafrikas und aktiver Vulkan.
Freitagmorgen gegen 9.00 sind wir, vier motivierte Freiwillige (Maedelstour!) inklusive Guide und pro Person noch einen absolute ueberbeladenen Porter (die sogar uns im Fall der Faelle tragen wollte – gute Maenner!) in Buea Town auf 950m gestartet. Falls ihr jetzt denkt das ist ja laecherlich mit nem Traeger, dann sag ich euch schleppt mal Verpflegung, Wasser, Kochtoepfe und n bisschen Kleidung fuer vier Tage ueber 3000 Hoehenmeter hoch und runter. Ich hatte echt absolute Hochachtung vor den Jungs, vor allem, wenn sie den Berg einfach nur noch runterrennen und absolute bereit waren uns zu tragen.
Die erste Etappe ging durch den Regenwald, wir hatten zwar echt Glueck mit dem Wetter aber Regenwald ist einfach tropisch feucht, da wird man so oder so nass.
Gegen Mittag war dann Huette 1 erreicht, auf 1800m. Nach einer kurzen Pause ging’s weiter und wir haben nach kurzer Zeit die Savanne erreicht. Das war dann absolutes Grasland plus volle Sonne um die Mittagszeit, ausser es kamen mal ein paar Wolken vorbei. Um von dort aus weiter zu duerfen mussten wir aber erstmal ein bisschen an einem grossen Stein tanzen (inklusive traditionellem Gesang und ein bisschen Farn als Schmuck). Das wurde frueher schon von den Stammesvaetern gemacht, wenn sie auf den Berg gingen um Opfer (Albinos) zu bringen. Es sollte den Berggott/-ungeheuer “Elpassamoto” (ich glaube das war der Name) besaenftigen.
Auf 2200m kam dann die naechste Huette, der Weg bis dahin hatte es auch schon echt in sich. Es wurde immer steiler. Als es dann weiterging hatte ich echt teilweise das Gefuehl ich muss klettern, weil es so steil war. Da nimmt man dann nicht einen Wanderweg, sondern geht einfach gerade aus hoch, wieso eigentlich auch nicht?!
Der Teil war fuer mich auch am haertesten. Grosse Anstrengung und pralle Sonne haben bei mir dann noch zu Kopfschmerzen gefuehrt.
Wir hatten aber schon kurze Zeit spaeter, um ca 15.30 auf 2800m unser Tagesziel “Huette 2” erreicht. Dort oben wurde es dann auch schnell kalt und dunkel, sodass wir uns nach einem ausgiebiegen Abendessen schnell ins Bett verkrochen haben.
Tag 2:
Um 7.30 fing dann der meiner Meinung nach spannendsten Teil der Tour an. Auf ging’s Richtung Gipfel. Auf dem Weg nach oben hat uns unser Guide Henry immer schon erklaert, welche Krater man gerade sehen kann (hauptsaechlich von dem Ausbruch im Jahr 2000) oder was die Deutschen als Spitze des Berges erklaert haben, als sie noch hier waren.
Auf dem Weg nach oben sind uns immer wieder ein paar Sportler begegnet, die fuer das Mountain Race, das Mitte Februar stattfindet, trainieren. Echt abgefahren, wie die da hoch- und runterrennen. Hoch meist so 3 Stunden und runter eine (da wird nur gerannt!).
Fuer uns war die Spitze dann um 12 Uhr erreicht – “Geschafft!”- echt ein cooles Gefuehl da oben zu stehen, wenn auch echt kalt. Haette nicht gedacht, dass ich in Kamerun nochmal meine Fleece und Softshelljacke brauchen wuerde aber fuer da oben war das dann genau richtig.
Nach ein paar Snapshots ging es dann auch direkt wieder steil runter. Anscheinend habe ich da wohl irgendwie den Beschuetzerinstinkt des anderen Guides (eine zweite Gruppe hatten wir unterwegs getroffen) erweckt. Er hat mich fuer seine Tochter erklaert, meine Hand geschnappt und mich die ca ersten 100 Hoehenmeter runtergebracht.
Danach ging es fuer eine gefuehlte halbe Ewigkeit ueber Lavagestein und wieder mal Grasland. Teilweise hat mich die Landschaft echt an Koenig der Loewen erinnert.
Nachdem das alles geschafft war und es spaeter am Nachmittag war haben wir dann die Kraterlandschaft erreicht. Das war echt einfach nur beeindruckend. Wir sind zu den 9 Kratern von 1999 gelaufen. Sie sind in einer Reihe angeordnet, was echt an ein Feuerwerk erinnert und dementsprechend auch so genannt wird. Ueberall in der Erde waren noch Risse oder Loecher und wenn man da mal dran gefuehlt hat kam warme Luft heraus.
Die Kraterlandschaft hat mir von der ganzen Tour definitive am besten gefallen!
Um ca. 5 Uhr haben wir dann unser Camp (“Manspring”, 2400m) erreicht. Dort haben wir noch unsere Bakweri (die meistverbreiteste Stammesgruppe hier in der Gegend) Namen bekommen. Naja ich hatte schon einen deswegen habe ich noch einen bekommen. Mein vollstaendiger Name ist jetzt Hannah Mbueah Ndolo (ob das so geschrieben wird weiss ich mal wieder nicht). Mbueah bedeutet Regen und im uebertragenen sinne “can move crowds” (kann ‘Massen’ bewegen) – den Namen hat mir jemand in der Schule gegeben.
Ndolo bedeutet Liebe – den Namen habe ich dann an “Manspring” noch dazu bekommen. Die anderen Namen waren aehnlich, konnte ich mir leider aber nicht merken.
Tag 3:
Am dritten Morgen ging es dann weiter, rein in den Regenwald, der zwischendurch wieder von erkalteten Lavastroemen unterbrochen wurde. Der Tag war wirklich lang und nicht gerade einfach, da die Fuesse schon wirklich weh taten. Teilweise konnte man nur einen Fuss vor den anderen setzten weil der Weg so schmal war oder es fuehrte steil bergab auf rutschigem Laub – keine einfache Aufgabe. Am Mittag sind wir dann fuer ca 3 stunden das Gebiet durchquert wo wir haetten Elefanten sehen koennen. Leider mussten wir uns mit frischen Spuren und Elefantenpoop zufrieden geben haha. Wir haben dann noch kurz halt an einem Kratersee gemacht und sind irgendwann abends in unserem Camp auf ca 800m angekommen. Eine Nacht im Regenwald. Leider hat es dann auch schon kurz nachdem wir da waren angefangen zu regnen und hat die halbe Nacht nicht aufgehoert. Die Porter mussten sich ein Zelt zu fuenft teilen und haben deshalb den Regen abgewartet und anschliessend ein Feuer gemacht um alles wieder zu trocknen. Als Feuerholz wurde Bambus benutzt was dazugefuehrt, dass es alle paar Minuten einen Riesenknall gab, da die Bambusstaebe nicht gespalten sondern einfach so auf das Feuer kamen und erstmal explodiert sind. War also nicht die ruhigste Nacht fuer uns.
Tag 4:
Am naechsten Morgen hatten wir es dann fast geschafft und sind noch ne gute Stunde den Berg runtergelaufen bis wir finally in Bakingili (ein Dorf in der Naehe von Limbe) angekommen waren, wuhu!! Den Rest des Tages haben wir dann am Strand verbracht, unsere Beine und Fuesse brauchten ein bisschen Ruhe. Aber die Schmerzen hatten sich gelohnt : )

Kamerunische Hochzeiten, kamerunische Weihnachten, kamerunisches Silvester

Buea, 10-1-2013
Hallo ihr da draussen,
Es ist ja schon wieder einige Zeit vergangen und einiges passiert. Ich hoffe ihr hattet alle schoene und erholsame Weihnachten und seid gut ins neue Jahr gekommen!
Hier in Kamerun haben die meisten Schulen schon am 14.Dezember geschlossen, so auch meine. Der Dezember ist aber anscheinend immer gepackt mit Veranstaltungen, was ich dann auch erleben konnte. Am Wochenende zuvor hatte mich meine Tutorin schon mit nach Kumba genommen hatte, um mich mit traditioneller kamerunischer Kleidung auszustatten und mich auf eine Hochzeit (der eher westlichen Art) mitzunehmen. In Kamerun wird einmal die traditionelle Hochzeit, zu der ich später noch mehr erzaehle, und die westliche, weiße Hochzeit gefeiert. Wir waren bei den beiden Schwestern meiner Tutorin zu Besuch, waren einkaufen und ich habe ein bisschen was von Kumba gesehen, eine weitere etwas groessere Stadt im Suedwesten Kameruns. Natuerlich gab es mal wieder reichlich zu essen, insbesondere das traditionelle Gericht der Bakweri (sehr weit verbreiteter Stamm in der Region Sued-West), Eru und Water-fufu. Das Fufu wird aus Kassava gemacht, ist eine weisse zaehe Masse und Eru wird aus einer Sorte von Vegetables (gruenen Blaettern) und ganz viel Oel gemacht. Allerdings ist dieses Essen wie ich so hoere immer wieder eine Herausforderung fuer die Freiwilligen, ich habe mich mittlerweile daran gewoehnt, aber am Anfang konnte man mich damit jagen, vor allem mit der Kuhhaut, die noch in das Eru geschnitten wird. Nachdem ich es erst gekostet hat, konnte ich hinterher noch bei der Zubereitung zuschauen, da reichlich fuer die Hochzeit am naechsten Tag gekocht wurde. Wir kommen zum Haus der Braut und ueberall sitzen Frauen, schneiden Buendel von gruenen Blaettern, stampfen das Fufu im Kochtopf, oder kochen unterarmgrosse Stuecke der Kuhhaut (boah echt nicht meins, meine Tutorin zwingt mich immer dazu wenigstens etwas davon zu essen, aber es wird nicht besser. – allein der Anblick!).
Am naechsten Tag war dann die Hochzeit fuer 10 uhr angekuendigt, angefangen hat es aber erst um 1. Es war eine pentacostal church, es hat gute drei Stunden gedauert und es wurde sehr viel gesungen, getanzt und Geld an das Paar gegeben. Leider mussten wir schon frueher gehen und konnten dank black men time nicht mehr zur afterparty. Es war aber trotzdem echt cool mal das ganze zu sehen, insbesondere auch die pompoesen bunten Kleider der Frauen.

In der letzten Schulwoche vor den Ferien war wirklich nicht mehr viel los, ich war am Donnerstag dann noch mit meiner Tutorin auf einer traditionellen Hochzeit in Douala eingeladen. Die traditionelle Hochzeit wurde mir erklaert dient dazu die beiden Familien zusammenzufuehren. Mir wurde gesagt bei euch (in Europa / Amerika) heiraten nur der Mann und die Frau, bei uns heiraten zwei Familien. Es findet in dem Haus der Braut statt und es ist sehr privat. Jeder Anwesende wird vorgestellt (“today we are happy to even welcome a white man to our house”) und es werden einige Rituale bzw Spiele durchgefuehrt. Somit sollte die Braut in den Raum gefuehrt werden mit einem Tuch ueber dem Kopf, sodass man sie nicht erkennt, zu aller Überraschung und Unterhaltung war es zweimal die falsche Frau bis die eigentliche Braut hereingefuehrt wurde. Nach der Zeremonie wird der Brautspreis ausgehandelt im engsten Familienkreis und danach das Essen serviert. Das war dann eine typisch kamerunische Hochzeit, wahrscheinlich haette man eigentlich auch noch mehr und frueher getanzt aber leider gab es einige Probleme mit dem Brautspreis. Die eine Familie hat sich beschwert, dass die andere Familie nicht genug Geld geben will, das fand ich echt traurig, dass es dann doch wieder so viel um’s Geld geht… Geschlafen wurde dann hinterher in einem kleinen Raum mit zwei Betten, pro Bett mit bis zu 4 Personen. Der Kommentar meiner lehrenden Tutorin zu mir war daraufhin “You need to learn to sleep in public places”, weil sie auch meinte ein Stuhl zum Schlafen wuerde ihr genuegen. Naja laeuft alles ein bisschen anders hier, haha..

Am naechsten Morgen habe ich dann noch kurz n Freund in Douala besucht und bin dann weiter zurueck nach Buea, weil dort am Samstag die grosse Abschlussfeier der Universitaet stattfinden soll und da Buea im Grunde nur durch die Uni lebt, war dementsprechend viel los. Leute kamen von ueberall her und auf der einen Hauptstrasse von Buea herrschte Hochbetrieb bzw Stau. Morgens waren noch Freiwillige aus Limbe und Kumbo bei mir zu Besuch, wir sind dann erstmal auf’s Unigelaende gelaufen um uns das Spektakel anzugucken. Der Kampus war proppevoll mit superschicken Leuten und den Studenten in gruenen, blauen und schwarzen Roben (diese Roben, die auch die Amis tragen, inklusive Kappe). Nach der Zeremonie hat jeder Student, der seinen Abschluss gemacht hat, eine kleine Feier bei sich Zuhause, bei der gegessen, getrunken und gefeiert wird. Ich selbst war bei zwei meiner Kollegen eingeladen und eine Freundin, Golda, wollte mich zu ihren Einladungen mitnehmen.
Nachmittags bin ich dann zu Golda gefahren und wir sind mit ner weiteren Freundin zu der Feier ihres Cousins gefahren, leider war ich echt spaet dran mit der Feier meiner Kollegin und hatte deswegen nur wenig Zeit, ich wurde aber natuerlich nicht weggelassen ohne zu essen. Den Abend war ich dann noch auf gefuehlten 20 weiteren Feiern, weil ich mit ner anderen Kollegin Fri von mir unterwegs war und wir ueberall nochmal gehalten haben oder noch einen Anruf bekommen haben, kommt hierhin und so weiter. War echt n richtig lustiger Abend!

Allerdings gings direkt am naechsten morgen schon los nach Kribi, unser Zwischenseminar stand schon an. Ich hab mich mit den anderen Freiwilligen aus der Umgebung, Yannick und Julia, auf den Weg gemacht. Da wir die ersten waren, konnten wir nachmittags schon direkt an den Strand und haben spaeter unsere Mitfreiwilligen der August-Einreisegruppe (insgesamt 9 Leute) empfangen.
Das Seminar ging 5 Tage und es war mal wieder richtig cool mit der ganzen Truppe. Die Arbeit war nicht gerade hart, es war gut sich mal wieder austauschen zu können und wir hatten noch reichlich Freizeit um die Paradiesstraende Kribis zu geniessen. Unser Essen (davon berichte ich heute echt viel) war wirklich Luxus, ganz viel Fisch, sogar Gambas und teilweise etwas europaeisch angehaucht.
Am letzten Tag haben wir dann noch einen Ausflug gemacht, morgens wurden wir durch ein “Neubaugebiet” gefuehrt, letztendlich sah das einfach nach Dschungel aus, eben unbebauter Busch. Am Nachmittag haben wir dann noch eine Bootstour gemacht ueber einen Fluss direkt am Busch entlang, das war echt richtig cool. Wir haben sogar kleine Affen gesehen. Ihr merkt schon Kribi hoert sich für kamerunische Verhältnisse sogar richtig touristisch an.
Nach der Bootstour jedenfalls hat sich unsere Gruppe dann geteilt, die einen sind wieder zurueck, andere waren mal wieder krank, da war Krankenhaus angesagt und vier von uns, Julia, Jupp, Janis und ich, haben sich dann noch auf den Weg zu den bekannten Lobe-Wasserfaellen gemacht. Leider wurden wir auf dem Weg mal wieder von den netten Polizisten angehalten und nach Ausweisen gefragt, dummerweise hatten zwei von uns den Ausweis nicht dabei. Auf meine Frage “Was ist jetzt? Koennen wir weiter?” wurde mir nur gesagt “Findet eine Loesung!”, ach was das bedeutet ist natuerlich schwer zu sagen. Ich will diesen Kontrolleuren ja jetzt nichts unterstellen, aber fuer uns war klar, wir geben denen kein Geld – keine Macht der Korruption haha.
Witzigerweise hat sich die Sache dann ganz anders geklaert und so haben wir uns hinterher wiedergefunden in einer Bar gegenueber der Kontrolle, am Bier trinken auf Kosten eines Polizisten, eines BIRs (die Armee hier, vor der alle Kameruner wirklich Respekt haben) und eines Strassensicherheitsbeauftragten. Nach dieser schoenen Runde konnten wir dann weiter zu den Wasserfaellen und wurden sogar noch von unseren neuen Freunden begleitet. Wirklich sehr absurd und sehr witzig die ganze Szene.

Am Samstagmorgen (der 22.12.) ging es dann wieder nach Hause, zurueck nach Buea. Dort wurden dann Vorbereitungen fuer Weihnachten getroffen. Am 24. haben wir, ca. 10 Freiwillige, bei Robin in Limbe gekocht (sogar deutsch – Klößen und son Zeug, sehr von den süddeutschen Freiwilligen geprägt) und sind dann spaeter in die Stadt. In Kamerun ist Weihnachten die einzige Party! Nach einem erfolgreichen Clubbesuch haben wir das Weihnachtsfest mit einem Bad im Meer abgeschlossen. Unterschiedlicher hätte der Heiligabend wahrscheinlich nicht sein können, aber es war ein sehr gelungenes Fest!
Am 25. wird in Kamerun dann ueberall ganz gross gegessen und es ist sozusagen der offizielle Feiertag. Ich bin mittags zurueck nach Buea um zum Weihnachtsessen der Orocks (der Familie bei der alle Freiwilligen mit denen ich zusammenwohne essen) mit allen Freiwilligen und der Familie zurueckzusein. Das war dann auch nochmal richtig schoen und feierlich. Abends waren wir erst zum Barbecue bei einem Freund eingeladen und sind dann nochmal in ein paar Bars und haben uns mit Freunden getroffen.

Am 26. wollte ich dann endlich mal nach Bamenda, in den schönen Nord-Westen, fuer ein paar Tage und war noch in einem Dorf in der Naehe von Bamenda auf eine Hochzeit eingeladen. Als ich allerdings am naechsten Morgen aufwachte habe ich gedacht jetzt hat die Malaria auch mich erwischt. Ich war echt richtig fertig, habe mich lange nicht mehr so krank gefuehlt. Allerdings war nach ein paar Tests im Krankenhaus klar, dass es weder Malaria noch Typhus ist. Vielleicht eine gewoehnliche Grippe oder sonstige boese Bakterien. Ein Krankenhaus in Kamerun ist auch wirklich eine Erfahrung wert, es dauert natuerlich alles seine Zeit, aber als mir dann irgendwann noch Blut abgenommen wurde musste ich ein bisschen schmunzeln als mein Arm mit einem Gummihandschuh abgebunden wurde. Es hat auf jeden Fall seinen Zweck erfuellt. Ich habe dann noch vier verschiedene Tuetchen mit Tabletten bekommen und am naechsten Morgen fuehlte ich mich schon besser.
Leider fiel die Hochzeit und auch fast alles andere was ich in Bamenda vorhatte flach, weil wir doch frueher zurueck nach Buea gefahren sind. War aber wahrscheinlich fuer meine Gesundheit das Beste.

Silvester wurde dann nochmal in Limbe gefeiert, zunaechst bei einer kleinen Hausparty und spaeter dann wieder in der Stadt. Wahrscheinlich gar nicht so ein grosser Unterschied zum deutschen Silvester, abgesehen davon, dass hier noch mehr der 1.Januar als Silvester gefeiert wird.
Nach dieser ganzen Feierei hatte ich dann noch ein paar sehr ruhige und entspannte Tage vor Schulbeginn. Schule sollte eigentlich am 4. starten aber sowohl am Donnerstag als auch am Freitag waren noch kaum Schueler da, weshalb die meisten Lehrer, wie auch Schueler erst am Montag, den 7., zur Schule kamen.

Kleine Anekdote am Ende: Als ich aus Kribi wiedergekommen bin habe ich einen Rock von mir vermisst und konnte mir nicht erklären wo er geblieben ist. Kurze Zeit später bin ich dann nach Bamenda gefahren (vorher hatte ich noch Wäsche gemacht und auf die LEERE Wäscheleine gehängt). Dann komm ich aus Bamenda wieder und sehe die Wäsche meiner Mitbewohner, meine Wäsche und, man glaubt es kaum, meinen Rock auf der Wäscheleine. Hat sich wohl jemand gedacht könnte er mal ausleihen, echt merkwürdig… Yannick meinte nur zu mir ich sollte ja keine Unterwäsche draußen aufhängen, weil er gehört hätte dass manche Leute hier die wohl wegnehmen könnten und mit einem Liebeszauber verhexen könnten. Jaja, gefährliche Angelegenheit diese ganze Witchcraft. Habe den Rock aber schon getragen und noch keine besondere Anziehung zu jemandem verspürt. Vielleicht ist da was fehlgeschlagen.

So damit sollte ich jetzt die wichtigsten Ereignisse des letzten Monats erwaehnt haben, es ist ein bisschen lang geworden, aber ich hoffe ihr schafft es bis zu diesen letzten Zeilen ; )
Ein frohes neues Jahr!

PS. Wer kann schon von sich behaupten, er habe es geschafft einen Ziegelstein (also zumindest einen den man zum Häusern bauen benutzt) zu zerstören? Hehe (Gibt nur ein wenig zu Bedenken, wenn man überlegt, dass Häuser damit hier gebaut werden… )

Neues Hobby, neue Erkenntnisse kamerunischen Organisationsfähigkeiten und ein warmer Advent

Es ist ja schon wieder einige Zeit seit meinem letzten Blogeintrag vergangen, also gibt’s jetzt mal wieder das Neueste.

Irgendwie war ich die letzten Wochen echt viel unterwegs. Diesmal gar nicht verreist, oder sagen wir kaum, es war oder vielmehr ist einfach echt viel los in Buea momentan.. Einen Trip habe ich aber noch im Oktober gemacht. meinen ersten Abstecher in die Region “West”, nach Bafoussam zu anderen Freiwilligen. Die Landschaft hier in Buea und dort entscheidet sich wirklich sehr, was man kaum glauben kann, wenn man “nur” 4-6 Stunden Bus faehrt. Man kommt aus dem Regenwald in das Bamileke-Land, ueberall Graeser, rote Erde und eher huegelig (wirklich schwer zu beschreiben, werde noch bilder hochladen). In Bafoussam haben wir dann ein wenig die Natur erkundet und sind zu einem ueber 40 meter hohen Wasserfall gefahren, total beeindruckend. Und der Weg dahin war schon superschoen. Aufgrund der langen Busreisen ist der Aufenthalt meist aber sehr kurz, trotzdem hat es sich echt gelohnt. Auf meiner Rueckreise hab ich dann mal wieder spontan eine Nacht in Douala uebernachtet, da ich nicht direkt nach Buea konnte, spaet dran war und um 8 Uhr wollte ich ungern noch alleine einen Bus nach Buea nehmen. Naja es wird einem auch nicht wirklich erlaubt. Meine Mitfahrer haben lautspark protestiert als ich erwaehnt habe, dass ich vielleicht noch nach Buea fahren will. Damit hatte sich das dann erledigt.

Ich habe Anfang November einen Franzoesischkurs angefangen. Seitdem gehe ich montags bis mittwochs nach der Schule fuer zwei Stunden zum Linguistic Zentrum. Der Kurs geht bis Ende Dezember und es ist echt gar nicht schlecht mal wieder was zu lernen, tut irgendwie gut nach so langer Zeit ohne Schule.

Nebenbei bemerkt sitze ich gerade in unserem Computerraum von der Schule und heute sollte eigentlich die “Examweek” (die Schueler schreiben Klausuren in allen Faechern) beginnen, leider warten die Lehrer jetzt schon seit 2 Stunden auf die Kopien, die die Schulleitung schon laengst gebracht haben sollte. Wird wohl doch nicht heute beginnen.

Aber mit dieser Organisation und der Planung hier komme ich immer noch nicht so ganz zu recht. Da bin ich wahrscheinlich doch zu deutsch. Man nimmt sich irgendwas vor und es wird in letzter Minute (buchstaeblich) verschoben oder abgesagt – haeufig echt frustrierend. Allerdings komme ich mittlerweile auch manchmal eine oder auch zwei Stunden spaeter als die vereinbarte Uhrzeit, meistens passt das. – Klar, diese Art von Organisation trifft hier nicht auf jeden zu, es gibt auch einige, die sogar frueher als ich an Ort und Stelle anzutreffen sind.

Das Ding ist aber auch, dass es nicht so entspannt ist irgendwo auf jemanden zu warten, weil man sofort von irgendjemandem angelabert wird, weil man ja weiss ist.

Meine Freizeitgestaltung hat sich jetzt auch verändert.

Ich habe vor ein paar Woche mit zwei anderen Freiwilligen, Laura und Franzi, das hip hop tanzen angefangen – richtig cool! Wollten das eigentlich an der Uni machen, aber dann waren wir da einmal und sind danach von son paar Jungs eingeladen worden zu deren “Crew”-treffen zu kommen und mit denen zu trainieren. Das ist so ne Gruppe von 7-11 Leuten, die zusammen tanzen und bei Shows oder Competitions (auch mal Tanzbattles) auftreten/teilnehmen. Macht echt Spaß, obwohl man manchmal echt dumm aussieht, wenn sie mit ihren afrikanischen Moves ankommen. Da kann man echt viel lernen, sind aber alle immer sehr nett und zeigen uns die neuen Tanzschritte.

Zwei Tage nachdem wir das erste mal bei denen waren, wurde ich dann gefragt, ob ich nicht fuer einen Kuenstler tanzen koennte mit dem Choreographer/Lehrer/Leader der Crew. Der Saenger brauchte irgendwie zwei Taenzer fuer eine Show. Hab ich einfach mal gemacht, nachdem ich dann fast jeden Tag tanzen war, wurde die Show einen Tag vorher auf die naechste woche verschoben. Als wir dann in der darauffolgenden Woche zum Auftritt gefahren sind, Ewigkeiten gewartet haben, ist auch die Show abgesagt worden. Oh man, ich hab echt gedacht wo bin ich hier gelandet. Den ganzen Tag mit warten verbracht, fuer nichts! Tja ich muss meine Geduld wohl etwas trainieren.

Letzte Woche wurde dann fuer eine Competition fuer letzten Samstag mit der ganzen Crew trainiert. Es sollten mehrere Crews performen und sich anschliessend battlen. Ich sollte bei der Choreographie mittanzen. Witzig war dann allerdings, dass aufgrund mangelnder organisatorischer Faehigkeiten die Show Samstag in letzter Minute auf Sonntagabend verschoben wurde, wo aber nur noch das battlen stattfinden sollte. Voll step up 2 the streets maessig. Viele von den Taenzer kennen diese Tanzfilme einfach auswendig und lerne die Tanzschritte und so weiter.

Sonntagabend bin ich dann mit n paar anderen zum zuschauen des Battles gekommen. Sah richtig cool aus, es wurden einfach Boxen und ein DJ Pult an der Hauptstrasse aufgebaut, Folie auf’n Boden gelegt als Tanzflaeche und das ganze kreisfoermig umrandet von ganz viele Leute – echt amerikanischer Tanzfilmmaessig.

Wir haben dann den Tänzern ein bisschen zugeguckt, HipHop, Salsa und Coup de Callet (so ne Art traditioneller Tanz hier) wurden getanzt.

Ploetzlich kommen Andy und Boris, zwei aus der Crew, auf mich zu und sagen “du must jetzt tanzen”, ich erstmal “nein auf keinsten” und die nur doch, zieh dich um, wir muessen die Choreo performen. Zack, fahr ich nach Hause, komm wieder und erfahre, dass wir nur 4 anstelle von 7 Leuten sind – na klasse! Egal, wird die Choreo kurz umgeschmissen in 5 Minuten (und die Musik veraendert) und mir wird gesagt “ach ja, Vizas (andere Taenzerin) ist nicht da, du musst ihren Freestyle machen. Mach einfach irgendwas.”. Schoen war das, hatte die Musik nicht mal im Kopf, mir wurde nur gesagt wenn ‚Jungle‘ aufm Boden liegt, faengst du an. Gesagt getan. Stehen wir also auf der “Buehne/ Strasse” – 3 Typen und die Weisse (ja da waren die Leute echt hart erstaunt, dass die Weisse getanzt hat) – in einem Kreis von Menschen. Aber es war richtig cool und mein Freestyle hat auch wohl geklappt, war sehr witzig. Spaeter wurde dann noch gebattlet, zwei Crews gegeneinander, da habe ich mich aber nicht beteiligt haha, das waere noch schoener gewesen.

Aber das war echt richtig cool mal zu sehen und die Leute haben’s echt drauf, robot, breakdance usw…! Naja so viel zu meinem neusten Hobby.

In meiner Schule tut sich momentan nicht so viel, oder zumindest nichts Neues. In zwei Wochen sind schon Ferien und dementsprechend wird es momentan recht entspannt, diese Woche die Examen und ich glaube danach laeuft nicht mehr so viel. Ich helfe den zwei Computerlehrerinnen momentan beim Abtippen aller Examen (pro Klasse ca. 10 Blaetter, und das bei 13 Klassen ist nicht ohne). Die Lehrer schreiben es mit Hand vor und dann tippen die Computerlehrerinnen es ab.

Gestern war “Day of the handicapped”(Tag der Menschen mit Behinderung) und wir sind mit einigen Lehrern und der Haelfte der Schule runter zum blinden Zentrum, welches auf dem Weg zu unserer Schule liegt, gelaufen. Dort wurden dann einige Reden gehalten (einer unserer Lehrer hat alles auf Gebaerdensprache uebersetzt) und der Chor der blinden Schueler hat gesungen. Ja eigentlich schwer vorstellbar die Kombination von Blinden und Gehörlosen. Die Kommunikation ist nicht ganz einfach.

 

Oh ich haette fast vergessen zu erwaehnen, dass ich sagen kann, dass ich auf den “1rst Cameroonian Movie Awards” live dabei war. Vor zwei Wochen war in Buea in einem Hotel dieses ueberaus grosse Ereignis. Ein Freund von mir hatte mich und andere Freiwillige eingeladen, da er selbst einen Award ueberreicht hat. Ich kannte zwar keine bekannten Schauspieler oder Künstler. Ich bin leider nicht so ganz im Bilde was kamerunische Filme betrifft, da eigentlich alles was hier laeuft aus Nigeria kommt und Kamerun anscheinend noch nicht ganz hinterher kommt. Das ist aber in sehr vielen Dingen hier so. Es wird sehr viel nigerianische Musik gehoert. Der Song “Chop my Money” von P-Square ist wohl schon seit 3 einhalb Jahren beruehmt und wird immer noch ueberall rauf und runter gespielt. Letztes Jahr gab es dann eine neue Version, bei der Akon mitgewirkt hat.

Zum Abschluss nochmal kurz zur Weihnachtszeit hier. Man merkt wirklich nicht viel davon, ein Laden spielt fast jeden Tag eine Weihnachtscd aber damit hat es sich auch schon. Ist auch irgendwie vorstellbar, wenn es draussen so sommerliche Temperaturen sind. Viele Leute hier haben mir auch erzaehlt, dass Weihnachten nur ein Fest fuer die Kinder ist und die aelteren vielleicht feiern gehen aber ansonsten nicht viel los ist. In unserer Wg allerdings haben wir gestern einen Adventskranz gebastelt, hoeren seit letzter Woche Weihnachtsmusik und Lara und ich haben sogar Adventskalender. Als letzte Woche andere Freiwillige zu Besuch kamen, haben wir sogar Gluehwein gemacht. Ja, wir geben unser Bestes!

Apropos WG, die fuellt sich andauernd, wir sind mittlerweile immer mindestens 8 und es kommen immer mehr, die gar nicht mehr ins Haus passen und bei irgendeiner Familie noch untergebracht werden. Gestern kam eine Suedafrikanerin. Ich hab sie gefragt wo genau sie herkommt und sie sagt mir “Potchefstroom”. Ich habe sie voellig entgeistert angestarrt, weil ich eine Person in Suedafrika kenne und genau die kommt aus demselben Ort. Nelmari, die vor 3 oder 4 Jahren 4 Wochen bei uns in Deutschland war. Total abgefahren…

Weihnachten selbst verbringen wir wahrscheinlich in Limbe am Strand, Essen irgendwas weihnachtliches und gehen dann feiern mit ein paar Freiwilligen.

Auch hier nochmal ein grosses Dankeschoen an alle fleissigen Helfer auf dem Weihnachtsmarkt  !

 

die wärmsten Grüße ins winterliche Deutschland

Hannah

 

Tutoring, Hilton Hotel, Beer Beer Beer and the Start of the Dry Season

21-10-2012
Hallo liebe Leute,
Ich dachte es wäre mal wieder Zeit von mir hören zu lassen.
Bei mir ist in den letzten Wochen wieder so einiges passiert und ich habe immer noch das Gefühl immer wieder mit neuen Eindrücken überschüttet zu werden und kann es manchmal nicht ganz glauben wie lange ich schon hier bin. Vor allem weil ich merke wie manche Dinge völlig normal für mich werden, der Wassermangel (natürlich), das Straßenleben, die „Shops“, das Tragen von schweren Behältern oder Eimern auf den Köpfen, das Einkaufen auf dem Markt, das Handeln, … Aber ich merke auch wie ich immer skeptischer werde, was häufig bestimmt gut ist, aber ich manchmal schon zu skeptisch werde und zu viel Abstand nehme. Das macht sich hier in soweit bemerkbar, dass man nicht weiß wem man die Handynummer geben kann oder mit wem man sich treffen kann, da viele einfach gerne „white man“ als Freunde haben oder dein Geld wollen.
Das mit dem Geld ist generell so ne Sache, man ist natürlich immer der reiche Weiße, der für ne Strecke die 100CF kostet auch mal 1000CF bezahlen kann. Ui, da hab ich letzens ne krasse Diskussion mit ’nem Taxifahrer gehabt. Er meinte wir Weißen hätten’s ja und ich kam ihm darauf mit der „Do-not-generalize-Tour“ (einen lieben Gruß an meine Mitseminarler) und habe ihm erzählt das wäre Rassismus. Daraufhin hat sogar eine Mitfahrerin mir beigepflichtet. Als ich dann ausgestiegen bin haben mir beide für die nette Fahrt/Diskussion gedankt und ich habe natürlich 100CF bezahlt.
Aber eigentlich ist es einfach schwer einzuschätzen wem man das Geld gibt und wem nicht, man wird häufig nach Geld gefragt und kann einfach schlecht sagen wer es wirklich braucht und wer einfach nur wieder labert aber eigentlich genug Geld zum leben hat.
Da hilft es nicht gerade weiter, dass in der ganzen Stadt vor ca 2-3 Wochen einige riesige Räumungsaktion vom Council lief, die veranlasst hat, dass alle Restaurants/Bars an der Hauptstraße geschlossen werden müssen. Manchmal konnte man dann sehen wie die Leute einfach ganze Häuser oder Unterstände niedergeschlagen haben. Einfach schrecklich mit anzusehen wie manche Leute so ziemlich alles verlieren von dem sie leben können.
Hinzukam dass Buea eben nur diese eine lange (befahrbare) Straße hat, von der dann nach links und rechts ca. noch mal n Kilometer abgeht, wurde es relativ ruhig für eine Weile.
Den Grund für das Ganze kann ich immer noch nicht ganz ausmachen, zunächst hieß es dass Paul Biya (Kameruns Präsident, seit über 30 Jahren) zu Besuch kommt, dann hieß es dass die Studenten zu viel trinken und dann wurde noch gesagt dass das Council einfach mal wieder Geld eintreiben möchte, indem sie die Bars schließen und Geld bekommen, wenn sie wieder aufmachen wollen. – Oh man! Und jetzt habe ich gehört Paul Biya ( – „the People’s Choice“ – naja! ) wird nicht mal kommen!

Mittlerweile machen viele von den Bars wieder auf und es kommt (zusammen mit den ganzen Studenten) richtig Leben in die Stadt!
Hatte ich schon erwähnt, dass die hauptsächliche Freizeitbeschäftigung hier zu Lande ist gesellig in einer Bar sich ein Bier (oder auch mehr) zu gönnen? Aber auch nur Bier, Smirnoff Ice oder extrem süße Limonade – kann aber schon mal vorkommen dass gerade nur Bier da ist. Cappucino und Cafés kennt man hier eben nicht – geschweige denn Milch (das gute Milchpulver muss dann herhalten).

Meine Schule ist mittlerweile in vollem Gange. Nach einigen Wochen Unterricht angucken, habe ich jetzt auch angefangen Nachhilfe in Englisch, Sign Language und Mathe zu geben. Sign Language heißt dass ich Kids die gerade erst neu sind, aus dem francophonen Part kommen oder einfach noch nicht so viele Zeichen kennen, die Grundbegriffe beibringe. Alles andere wäre etwas merkwürdig da ich ja selber noch am lernen bin. Ich gebe dann 1-3 Schülern zur selben Zeit etwas Nachhilfe für ca 15-25 Minuten. Sie werden somit aus dem Unterricht rausgenommen, was den Lehrern zu anfangs nicht so gut gefallen hat, da sie es einfach nicht nachvollziehen können. Da bin ich echt froh, dass meine (gehörlose) Direktorin aus GB kommt und mir erstmal erklärt hat, dass die Leute hier nicht so viel Verständnis für Lernschwächen oder Ähnliches haben aber sie das mit den Lehrern klären wird, weil sie diese Nachhilfe für sehr wichtig hält. Mittlerweile hat es sich auch ganz gut eingespielt.
Allerdings bin ich manchmal wirklich geschockt. Wenn ich zum Beispiel einen Schüler in der 5. Klasse frage, wie viel 2+3 ist und als Antwort „1“ kommt. Seine Antwort ist irgendwie immer „1“ und ich bekomme das Gefühl, dass er einfach gar keine Grundlagen hat und ich eigentlich ganz von vorne mit ihm anfangen muss. Er ist immer nur am raten und guckt nur bei den anderen ab. Das Problem bei den Kids ist vor allem, dass sie einfach immer mit der Faust schütteln („Yes“ in Sign language), wenn man fragt ob sie es verstanden haben. Ein wirklicher Geduldsakt so manches mal. Dafür bin ich aber auch immer umso glücklicher, wenn ich einen Fortschritt bemerke – wenn auch sehr langsam.
Außerdem soll ich noch den Sportunterricht für die 1. und 2. Klasse übernehmen, das sind dann so ca 4-8 Schüler. Leider verstehen sie noch kaum Gebärdensprache, weshalb ich mich einfach mit irgendwelchen Gesten oder Vormachen versuche zu verständigen. Leider gibt es keinen wirklichen Sportplatz, sondern einfach den Schulhof (nicht asphaltiert, falls das jemand annehmen sollte) und es kommen immer wieder n paar Schüler vorbei die Kommentare abgeben oder zugucken wollen.
An Sportutensilien gibt es ein paar Hütchen, vielleicht bald noch ein paar Seilchen oder einen Ball. Letzte Mal habe ich auch mein Gummitwist mitgenommen, was den Kids echt gefallen hat.
Leider haben nicht alle Familien genug Geld für die verschiedenen Schuluniformen (Schule, Freizeit, Sport), sodass manche Kindern in Flipflops zum Sport kommen. Witzig fande ich allerdings, dass viele von ihnen alte Bayern München Trikots tragen, da die Sportkleidung rot sein muss.
Mit der Gebärdensprache geht es richtig gut voran habe ich das Gefühl. Ich verstehe viel mehr, es macht einfach total Spaß und ich ertappe mich dabei, dass ich mit den anderen unterwegs bin, mal wieder laute Musik läuft, ich tanze und es teilweise in Gebärden übergeht(so wie andere ja auch mal bei uns gerne tanzen, ich will jetzt keine Namen nennen, aber einige können sich denken wer gemeint ist 😉 ). In der Schule ist es zwar so, dass ich hauptsächlich in der Grundschule (Klasse 1-6) eingesetzt bin und viele von den Schülern noch wenige Gebärden kenne beziehungsweise nur die Gebärde kennen aber nicht das zugehörige Wort, sodass ich eher von den Lehrern lerne. Außerdem kommen immer ein paar von den secondary students (klasse 7-11) vorbei und versuchen mir noch neue Wörter beizubringen oder sich ne runde mit mir zu unterhalten. Total lieb!

Letzten Samstag war ein Parents-Teachers-Meeting und meine Kollegin Evodia und ich wurden von so zwei Typen (der eine war ein Vater) angesprochen. Man konnte bei dem einen schon den Alkohol und Schweiß riechen. Evodia hat sich einfach rausgehalten, ich allerdings hatte gedacht es wäre unhöflich nicht auf die Männer einzugehen, da sie Eltern sind. Nach einem etwas unangenehmen Smalltalk kam dann wieder die Frage nach der Nummer und dem „going out for a drink“. Es wurde immer schwieriger aus der Sache herauszukommen. Was ich für anfängliches Raushalten seitens meiner Kollegin gehalten hatte war taktisch gut durchdachtes auf taub-stumm stellen. Wow! Das war wieder mal eine Situation in der ich es einfach klasse fande mit Gebärden kommunizieren zu können. Ich habe ihr und einigen meiner tauben Kollegen dann klargemacht dass ich definitiv nicht mit den Leuten ausgehen möchte und es dort nicht mehr aushalte. Kurze Zeit später sind wir dann nach draußen geflüchtet. (Das ganze ist leider hinterher aufgeflogen als Evodia für meine Direktorin übersetzen sollte Sprache – Sign Language.) Aber ich fande die Idee echt super!
Auf dem Parents-Meeting habe ich dann leider festgestellt, dass echt die allerwenigsten Eltern gebärden können. Wie genau dass dann in den Schulferien läuft weiß ich nicht, aber die Schüler werden in der Schule so erzogen, dass man es wohl bei manchen kaum noch merkt dass sie taub sind, weil sie sehr selbstständig sind.
Als ich letztens in der Schule erwähnt habe, dass ich Pidgin lernen möchte, wurde mir als Lernmaterial ein Gebetsbuch in Pidgin angeboten… Ja die Leute sind sehr gläubig hier! Letztens wurde mir erzählt, als ich gesagt habe dass das bei mir nicht so der Fall wäre kam als Antwort, dass man es in der westlichen Welt nicht bräuchte. Man hätte ja schon alles und muss nicht auf Besseres hoffen.

So genug von der Schule, in den letzten Wochen war auch außerhalb der Arbeit sehr viel los. Ende September kamen fast alle von unserer Freiwilligengruppe nach Buea & Limbe, um 4 Geburtstage von Donnerstag bis Sonntag zu feiern, das war echt nice! Wir sind Freitag in Limbe losgegangen und haben in Julias Geburtstag reingefeiert. Den Samstag haben wir dann schön am Meer verbracht und sind anschließend wieder rüber nach Buea. Abends haben wir dann bei Janis Hausparty gemacht und in seinen und Jasmins Geburtstag reingefeiert, was auch richtig cool war, bis wir irgendwann Lärm von draußen auf dem Balkon gehört haben. Für mich hat es sich so angehört als würde das Treppenhaus einstürzen (wir waren im 1. Stock), es waren dann aber Steine die auf das Haus geworfen wurden. Bevor ich das aber gecheckt habe, wurden auch schon alle ins Haus gedrängt. Ein Freund von uns aus Limbe wusste Bescheid, hat uns gewarnt da wieder rauszugehen (nachdem auch schon Fenster von den Steinen eingeschlagen wurden), da wohl Leute draußen waren und ein traditionelles Ritual durchgeführt haben, bei dem keiner zuschauen darf. Da wir alle noch draußen waren, sollte das Steine werfen uns zeigen, dass wir reingehen müssen, da sie keine Zuschauer wollten. Wir waren echt gut geschockt und haben dann für ca. 20 Minuten in der Bude gehockt. Anschließend konnten wir aber weiter Party machen wie zu vor und es gab keine weiteren schockierenden Zwischenfälle. Warum man allerdings direkt Steine werfen muss ist mir nicht so ganz klar geworden…

Ein weiteres Highlight diesen Montag war unsere „Tag-der-deutschen-Einheit“-Feierei Anfang des Monats. Alle Deutschen aus Kamerun wurden von der deutschen Botschaft nach Yaoundé ins Hilton Hotel eingeladen. Wir, Buea-Freiwilligen, sind schon am Dienstag (2.10.) nach Douala aufgebrochen, haben dort die Nacht verbracht und sind am nächsten Morgen mit ner Gruppe von ca 20 Leuten nach Yaoundé aufgebrochen. Wir waren um halb 10 am Busstop, der Bus ist aber erst um 11 abgefahren. Naja was heißt abgefahren, wir sind ca ne halbe Stunde um den Block gefahren und wieder gestoppt, bis wir letztendlich wieder am Busstop waren und uns gesagt wurde, dass wir auf den nächsten Bus warten müssen. Hach ja, Kamerun! Wir sind dann so um 1 Uhr abgefahren, aber noch pünktlich in Yaoundé angekommen.
Abends sind wir dann, alle in unseren afrikanischen Gowns, im Hilton angekommen. Das war wirklich mal wieder purer Luxus, das Essen, die Getränke und natürlich das Bad! Wir haben dann mit ner Gruppe von ca. 30 Freiwilligen (aus ganz Kamerun) später noch den Pool und die Dachterrasse ‚besucht‘ … Ein sehr erfolgreicher Abend.
Mittlerweile habe ich übrigens das Gefühl, dass es in Kamerun nur so von Freiwilligen wimmelt, insbesondere in Buea! Momentan sind wir 7 Freiwillige in den 2 Häusern (à 4 Zimmer) und die meisten bleiben sogar mindestens 6 Monate.
Gestern habe ich übrigens das erste mal richtig kamerunisch gekocht. Es gab Vegetables – nein kein Gemüse sondern sogenannte bitterleaves, also so große Blätter, die hinterher im Topf dann mit Fleisch und Egussi (sowas ähnliches wie gemahlene Melonenkerne) vermischt werden und so ähnlich wie blattspinat aussieht. Außerdem noch Dodo, fried Plantaines, also sehr reife frittierte Kochbananen – super lecker! Und dazu haben wir noch Avocados (4 Avocados + 5 Knoblauchzehen) mit Brot gegessen. Das war wirklich ein Festmahl!
Das war’s jetzt erstmal wieder von mir. Ich bemühe mich mich in zwei Wochen (GMT) wieder hier zu melden. Kann aber auch BMT (Black Men Time) werden..
Sonnige Grüße aus dem schönen Buea!
Eure Hannah
PS. Kann mir jemand eine gute Erklärung geben wieso ich den Mond letzte Nacht „auf dem Rücken liegen“ sehen habe, also als waagerechte Sichel (nicht wie gewöhnlich senkrecht)? Das hat mich wirklich fasziniert!

50 Tage Kamerun

19.9.2012
Soo die Schule startet momentan.. Alles ist noch etwas unorganisiert. Ich gucke durch die Klassen und lerne wie die Kinder hier lernen, da zum Beispiel die Rechenarten hier sehr anders aussehen. Schwer zu beschreiben, Bilder sollten bald mal wieder folgen. Ich war jetzt eine Woche nur am zuschauen und hoffe, dass ich jetzt die nächsten Tage starten kann Nachhilfeuntericht zu geben. Ich glaube das Erklären wird keine einfache Aufgabe. Habe mich letztens schon kurz an Mathe versucht in der 4. Klasse und das ist einfach echt anders wie die rechnen, die haben so ihre eigene Art.
Die Kinder versuchen mir auch einiges beizubringen, aber das Verstehen finde ich einfach schwieriger als das gebärden. Vor allem weil die Kinder super schnell und teilweise (für mich) undeutlich sprechen. Aber selbst wenn die Leute sprechen ist nicht gesagt, dass ich alles verstehe, weil sie nur Pidgin reden. Alle Lehrer treffen sich nämlich jeden morgen an einer Kreuzung, um dort in den Schulbus zu steigen, der dann ca. 15 Minuten einen absolut holprigen und meist matschigen Weg durch Felder von Zuckerrohr fährt. Dort kann es dann mal vorkommen, dass die einen nur gebärden, die anderen nur Pidgin reden und ich versuche etwas zu verstehen :D. Aber ich lerne immer neue Wörter und viele Leute finden es sehr witzig wenn die Weiße plötzlich auf Pidgin antwortet. (Das sind dann meistens so kleine Sachen wie „Sorry“ oder im Taxi „Ich steige hier aus“)

Vor zwei Wochen waren wir dann das erste mal in Douala. Richtig cool! Bin am Freitag gegen Spätnachmittag mit Lea und Janis aufgebrochen, waren dann nach ca 1-2Std bei einer weiteren Freiwilligen in Douala angekommen und konnten dort mal wieder richtigen Luxus erleben. Fast dauerhaft fließendes Wasser, gut eingerichtete Küche (sogar Backofen!) und sehr sauber! Haben dann auch direkt mal wieder richtig gekocht. Später am Abend wurden wir dann von Janis und einigen weiteren kamerunischen Freunden, die wir schon aus Buea kannten, abgeholt. Ganz merkwürdig, so’n mega schicker, neuer Wagen, der da vorgefahren kam. Ungewöhnlich wenn man sonst immer nur in den klapprigen Taxen über die holprigen Straßen fährt. Der Luxus ging also weiter. Nach einigen Boostern wurde weiter durch die City gecruist bis wir dann vor ner kleinen Bar/Club angehalten haben. Dort haben wir dann den Rest des Abends getanzt, ich hab selten so viel getanzt, war echt total cool! Bei der Musik hier (und auch bei der Atmosphäre/den Leuten) kann man einfach total abtanzen!
Seit Dienstag ist unsere Stamm-WG mit Lara auch endlich komplett. (Und unsere Freiwilligen-truppe mit 20 Leuten in ganz Kamerun.) Momentan wollen wir noch unsere Küche einrichten und ansonsten einige Arbeiten am Haus machen. Vielleicht traue ich mich sogar ein Bild von unserem Bad (vor dem Putzen) hochzuladen .. – ABER, Kackerlaken haben wir für die Verhältnisse hier echt wenig! Naja letztens habe ich gleich vier auf einmal in einem Becher gefunden, aber das ist die Außnahme… Ansonsten habe ich mich schon einigermaßen an so kleine Mitbewohner gewöhnt, die Mäuse (die höre ich nur), sogar die Spinnen (Kackerlaken sind schlimmer!) und die Termiten.
Achja, wenn mal Wasser da ist, ist das immer das Tageshighlight, ab und an kommt auch mal unser Nachbar rüber um uns mitzuteilen, dass das Wasser läuft! Dann steht man erstmal ne Weile im Bad, füllt unter dem Wasserhahn Flaschen und Eimer auf.
Ich habe mir jetzt auch übrigens mein erstes Kleidungsstück schneidern lassen und mein erstes Glas Palmwein (gewöhnungsbedürftig…) getrunken.
Am letzten Wochenende haben wir eine kleine Wanderung mit ’n paar weiteren Freiwilligen (in Buea und Umgebung sind echt viele) nach Tole, ein Nachbardorf von Buea, zu dem Wasserfall gemacht. Abgesehen davon dass wir pitschnass wurden (trotz wunderschönem Schirm und Regenjacke), weil der Regen uns ein wenig überrascht hat, war es richtig cool. Und die ca. zweistündige Wanderung hat sich für den atemberaubenden Anblick total gelohnt. Um überhaupt den Wasserfall sehen zu dürfen allerdings mussten wir noch kurz erklären, dass wir keine Touristen sind sondern zum beten gekommen sind, da es eine Gebetsstätte eigentlich ist. Ja, fast alle hier sind sehr gläubig (hauptsächlich Christen).
Abends sind wir dann nochmal nach Limbe gefahren und wollten am nächsten Tag eigentlich an den Strand, aber der Regen hat einfach nicht mehr aufgehört, da haben wir uns entschlossen doch besser wieder nach Buea (wo es natürlich nicht trockener war) zu fahren. Auch wenn ich hier sehr viel vom Regen schreibe, ist es eigentlich etwas trockener und meist sogar wärmer geworden. Ich freue mich auf die Trockenzeit! Schimmel ist einfach nur nervig – meine Koffer habe ich aufgegeben 😀 Aber man sieht mittlerweile fast jeden Morgen den Mount Cameroon, das ist echt ein krasses Panorama!
Bilder gibt es ganz neu und fresh auf Facebook!
Liebe Grüße nach Deutschland oder dahin, wo ihr euch gerade so rumtreibt 🙂

Chop Life

Buea, 6th September, 2012

Ich lade übrigens meine Bilder bei Facebook hoch, weil das schneller geht!

Mein erster Monat ist nun um. Nach ca. 2 Wochen Gebärdensprachenunterricht geht jetzt die Schule los und meine Kenntnisse sind gefragt. Einfach ist das wirklich nicht, aber wenn man dann mal ein Gespräch angefangen hat und sich teilweise wirklich einen abbricht, macht es trotzdem echt Spaß! Die Leute sind auch immer sehr geduldig und buchstabieren ein Wort für mich wenn es sein muss auch fünf mal. In den ersten Wochen werde ich mal in den Unterricht von anderen Lehrern (wir haben einige hörende und auch hörbehinderte) reinschauen und danach werde ich so ne Art Nachhilfe machen. Hauptsächlich wird das wohl in Mathe sein und vielleicht noch in Englisch. Übrigens gibt es in Kamerun wohl wesentlich mehr taube/taub-stumme Menschen als in Europa, ich weiß nicht genau woran es liegt, aber sehr wahrscheinlich an fehlenden Behandlungsmaßnahmen. Es haben mir schon einige Kameruner erzählt, dass ein Familienmitglied hörbehindert ist, während ich das in Deutschland noch nicht häufig gehört habe. In solchen Situationen wird mir häufig klar, dass hier die gesundheitliche Versorgung nicht ausreichend ist, verglichen mit dem was ich gewohnt bin. Aber das Problem daran hier in Kamerun gehörlos zu sein ist vor allem auch die Desintegration, weil sich nicht jeder die Schule leisten kann oder selbst wenn die Kinder zur Schule gehen, die Eltern die Sprache nicht lernen und somit nicht mit ihren Kindern kommunizieren können.

In meiner Freizeit habe ich in den letzten Wochen recht viel unternommen. Ein Wochenende war ich in Limbe (Nachbarstadt, direkt am Meer, ca. halbe Stunde Autofahrt) und habe Julia, eine andere FW, besucht. Neben Fisch essen, einer kleinen free-style-Drumsession, einem Besuch in einem Cabaret (Bar + Live-Musik) durfte der erste Strandbesuch nicht fehlen. Wir waren mit ca. 10 Leuten an einem kleinen idyllischen Plätzchen, Palmen, schwarzer Strand und einem tollen Panorama auf den Berg (allerdings nicht der Mount Cameroon) – paradiesisch! Für die meisten Leute hier ist es allerdings in der Regenzeit zu kalt bzw zu regnerisch um schwimmen zu gehen. Uns hat der Regen nichts ausgemacht, weil das Wasser schön warm war, die Sonne den Regen abgelöst hat und wir den Sonnenuntergang genießen konnten. Kurzurlaub!

Das letzte Wochenende haben wir dann einen Kurztrip nach Yaoundé  (französisch mal wieder.. ui!), der Hauptstadt, gemacht. Wir konnten bei den Yaoundé-FW pennen und haben nach vier Wochen alle mal wiedergesehen 🙂 Abends waren wir dann noch mit ner großen Truppe in einer Bar, ganz loungemäßig eingerichtet und sehr entspannt, aber noch vor 12 hat kaum einer mehr auf seinem Platz gesessen, sondern zu der guten Nigerianischen, Kamerunischen oder auch Europäischen/Amerikanischen Musik getanzt! Da geht’s echt ab!

Den nächsten Tag haben wir dann mit einem leckeren Spaghetti-Omelett (das hatte ich letztes mal bei meinen bisherigen kulinarischen Erlebnissen vergessen zu erwähnen) gestartet! Dann sind wir zu einem kleinen Tanzkurs aufgebrochen, und haben noch den Markt besucht… Den Abend haben wir dann in einem Cabaret begonnen und nach einigem hin- und hercruisen mit dem Taxi durch Yaoundé, in einem Club beendet. Außerdem kam ich in den Genuss von gesüßtem Whisky aus der Plastiktüte (5cl). Sowas bekommt man dann überall an der Straße.

Mir ist jetzt, nachdem ich einige Wochen im anglophonen Part verbracht habe, aufgefallen, dass was die Leute mir über die Unterschiede zwischen den Anglophonen und den Francophonen erzählt haben sich schon teilweise bestätigt. In Yaoundé haben wesentlich mehr Leute nach einem gerufen, „les Blanches“ (…), oder einem am Arm / an der Hand festgehalten, was nach ’ner Zeit wirklich nervig ist. In Buea ist mir das in dem Maße noch nicht so aufgefallen, oder eben in abgeschwächter Version. Ich weiß, das sollte man nicht verallgemeinern aber teilweise ist es doch sehr auffallend!

Ach das Schönste von unserem Trip nach Yaoundé habe ich noch gar nicht geschrieben.. Ja als wir dann am Sonntag so gegen 13 Uhr aufbrechen wollten, was sich aber auf 15 Uhr noch hinausgezögert hat (Cameroonian Time) sind wir ca. nach 2 ein halb Stunden gestoppt. Nach ’ner Zeit haben wir dann festgestellt, dass es sich wohl nicht um eine Pause handelt, sondern der Reifen abgegangen ist und wir auf einen Ersatzbus warten. Wir waren also irgendwo zwischen Yaoundé und Buea mitten im Regenwald. Nach ca. 4-5 Stunden kam dann der Bus und wir sind nachts um halb 2 im schönen Buea angekommen. (Yaoundé – Buea dauert normalerweise 5-7 Stunden)

Gestern sind wir dann noch im strömenden Regen ins Nachbardorf Tole zu einem Wasserfall gefahren, wunderschön!

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Ganz liebe Grüße